Hallo an den elitären Kreis der "Special-Frauen"!
Und sorry , das ich hier jetzt so dazwischen grätsche.
Ich würde mich auch gerne dazu gesellen, wenn ich darf.
Gestern habe ich mich nicht mehr getraut, nach Ms_Trillians beeindruckend einfühlsamen, informierten und umfangreichen Einstand hier...
Ich hatte da eher so einen kurzen Vierzeiler geplant, à la: Hallo da bin ich, ein paar Eckdaten von mir, darf ich hier mitmachen...?
Jetzt habe ich doch ein paar mehr Worte zur Vorstellung gesucht.
Ein paar von euch kenne ich ja schon ein bisschen aus dem großen Hibbelfaden in dem ich auch schon einiges zu unserem Weg (our jouurrrney, für die "big fat negative" Hörerinnen

) bisher geschrieben habe.
Um auf alle einzugehen, muss ich mich zugegebenermaßen aber erst noch etwas mehr einlesen, auch wenn ich schon viel hier still mitgelesen habe.
Vielleicht schonmal das:
Lemon, es tut mir sehr leid, dass es nicht geklappt hat und wünsche dir trotzdem schöne Ostern und das du etwas abschalten kannst.
Klapperstorch toll, dass die wilde Party letzte Nacht von Erfolg gekrönt war!
MS_Trillian spannend und schlimm, was ihr schon alles "durch habt" bisher. So viele unschöne Wendungen braucht echt kein Mensch.
Hier nun mein Bewerbungsschreiben:
Ich wollte immer schon Kinder und meine Frau und ich haben da auch von Anfang an (kennengelernt 2008, geheiratet 2014) ganz selbstverständlich drüber geredet und sogar schon früh über mögliche Namen für spätere Kinder phantasiert usw. Mit 30 (2015) war ich dann langsam seeehr bereit loszulegen, im Bekanntenkreis "hagelte" es SS Verkündungen und ich merkte immer mehr, wie sehr ich das auch möchte. Aber meine Stelle war zu der Zeit noch befristet, wir waren frisch umgezogen und und und. Mit 32 (2017) hätte es dann bitte endlich losgehen können, aber meine Frau hatte plötzlich immer irgendwelche Gründe zu warten oder hat geschickt das Thema gewechselt. Mit 34 (2019) habe ich ihr "die Pistole auf die Brust gesetzt", so "alt" wollte ich eigentlich nicht werden, bis zum Start der Versuche. Da eröffnete sie mir dann auf einmal, dass sie zu dem Schluss gekommen sei, wohl eigentlich doch lieber keine Kinder zu wollen. Das löste unsere bisher erste und einzige echte Ehekrise aus.
Sie erbat sich dann einige Monate Zeit drüber nachzudenken, ohne das wir ständig darüber diskutieren müssen. Bis Herbst 2019 habe ich dann also nochmal brav die Füße still gehalten.
Dann war sie zum Glück bereit. Erster Versuch mit privatem Spender im Sptember 2019 (mit dem hatten wir da schon Jahre zuvor drüber geredet, ein langjähriger Freund von uns).
Nach 5 erfolglosen Versuchen wurde dann im Februar 2020 ein echt fettes (15cm, 600g) Hinterwandyom bei mir entdeckt. OP im Juni (wegen Corona erst so spät) ein halbes Jahr "Zwangspause" und dann total guter Dinge, dass es jetzt aber klappen muss. Nochmal einige Monate später, Januar 2021, waren wir bei insgesamt 13 ÜZ angelangt (dazwischen noch die knapp 6 Monate Pause). Auf unser drängen ging der Projektpartner zum SG und es stellte sich heraus, dass es mit ihm nichts hätte werden können: OAT 3.
Ab Februar 2021: neuer Projektpartner/ privater Spender der leider sehr weit weg wohnt. Aber wieder neue Hoffnung, er hat schon ein Kind. Aber: 10 ÜZ später immer noch nichts.
Bei mir nebenher im Sommer/ Herbst 2021 im KWZ: Zyklusmonitoring, Hormoncheck, Bauch- und Gebärmutterspiegelung mit EL-Durchlässigkeitsprüfung: alles in Ordnung.
Nochmal neuer Projektpartner, jetzt aus der Nähe (viel besseres Timing möglich, dachten wir, ABER: SG eingeschränkt, quasi gar keine Langzeitmotilität, ICSI Empfehlung) Trotzdem 5 Versuche auf gut Glück, davon jetzt der Aktuelle, der heute oder morgen endet: stimuliert mit Letrozol und mit Ovitrelle ausgelöst für optimales Timing. Nichts.
Davor im März diesen Jahres schon eine IUI (natürlich als Selbstzahler) im KWZ mit optimalen Bedingungen und sauteurem "Champion-Sperma" aus einer Samenbank probiert (den eigenen Spender mitbringen darf man in DE nicht) --> auch negativ.
Gestern war ich zum US um mir das OK für den IVF Start zu holen. Zwei Halme des Samenbankspenders haben wir noch.
An ZT 2 geht es los mit 125 i.E. Menopur, an ZT 7 unterdrücken mit Fyremadel und an ZT 9 oder 10 wird nachgeschaut, was so los ist in den Eierstöcken.
(Was mir etwas spät für die erste Kontrolle vorkommt???).
Eigentlich hätte ich große Probleme zur Zeit Urlaub für die dann hoffentlich anstehende Punktion zu nehmen.
Aber da ich jetzt Ostern durcharbeite (also eigentlich schon seit dem 04. April bis einschließlich nächsten Freitag

) kann ich wohl in der Woche, in der es dann voraussichtlich so weit sein wird komplett frei bekommen.
Die Ärztin im KWZ hatte mir schon eröffnet, das sie Selbstzahler nicht Mal am Punktionstag krankschreiben, weil das ja nicht über die KK läuft (quasi selbstverschuldet?) Wobei ich sowieso keine AU Bescheinigung aus einem KWZ bei meinem Arbeitgeber vorlegen wollen würde. Gibt nur Getratsche.

Ich hoffe allerdings, nicht lange was davon zu merken, da ich doch teilweise schon ziemlich körperlich anstrengend arbeite. Wie sind da eure Erfahrungen? Das kann "von-bis" sein fürchte ich, oder?
Bei mir ist es mitlerweile tatsächlich so, dass ich mich von dem gesamten Freundeskreis mit Kindern komplett zurückgezogen habe. Deshalb weiß ich auch gar nicht wirklich, ob es dort auch Probleme gab (Stichwort "Special Case").
Ich sehe und höre nur sehr regelmäßig, dass die meisten schon Nummer zwei bis vier haben oder erwarten.
Von einer Bekannten weiß ich, dass ihre Zwillinge durch TESE und ICSI entstanden sind, das ist aber auch schon einige Jahre her und klappte wohl alles innerhalb eines halben Jahres.
Wut auf den eigenen Körper, der "nicht macht, was er soll" obwohl offenbar alles OK ist, ist auch ein ständiger, irrationaler Begleiter. Und irgendwie ein Schamgefühl oder ein Gefühl des Versagens, was nur ganz schwer zu beschreiben ist.
Dazu die Sorge, dass die teuren Behandlungen eben natürlich auch ohne Erfolg ausgehen könnten. Der Druck des setigenden Alters, mitlerweile bin ich 37.
Wir haben einfach keine Ahnung, woran es liegt, außer, das ich den Zenit der optimalen Fruchtbarkeit schon lange überschritten habe, was unglaublich frustrierend ist.
Der KiWu ist 24/7 bei mir präsent und manchmal wünsche ich mir tatsächlich, ich könnte ihn einfach "wieder ausschalten" und so leben wie vorher.
(Ich war nämlich Mal ein relativ zufriedener, gutgelaunter und sogar fröhlicher Mensch, auch wenn man das bei dem was ich hier schreibe manchmal kaum glauben mag)
So negativ das auch alles klingt, bin ich sehr gespannt auf die IVF.
Wie das alles abläuft, was mein Körper dazu sagt und natürlich, ob es vielleicht endlich den Durchbruch gibt.
Euch allen schöne Ostern, und danke falls ihr bis hierher durchgehalten habt zu lesen.
