NeuHier1c49a7c hat geschrieben: Montag 6. April 2026, 18:06
Hallo zusammen,
Ich habe im Oktober 2024 die Pille abgesetzt. Danach hatte ich sehr unregelmäßige Zyklen, zwischen ca 1 Monat und bis 3 Monate. Ab Juli 2025 waren es dann sogar 6 Monate. Wir haben dann so im Oktober gestartet, nicht mehr zu verhüten.
Im November war ich bei meiner FA und wir haben folgende Blutwerte getestet: zunächst auf männliche Hormone, Testosteron war ok, Androstendion etwas erhöht. Danach sollte auf Insulinresistenz und Schilddrüse untersucht werden beim Hausarzt. Glucose nüchtern, Insulin, HOMA-Index sowie TSH basal war alles ok. Daraufhin hat sie mir eine Broschüre zu PCOS gegeben und Inositol mit Folsäure als Pulver verschrieben.
Ich verstehe allerdings nicht so richtig, ob ich tatsächlich PCOS habe, da vieles eigentlich auch dagegen spricht und ich auch sonst keine Anzeichen habe (Normalgewicht, kein Haarausfall, vermehrter Haarwuchs an anderen Stellen).
Nach ca 3 Wochen Einnahme Inositol habe ich tatsächlich wieder meine Tage gekriegt und hatte dann darauf folgend einen ziemlich normalen Zyklus von ca einem Monat, in dem ich vermutlich auch einen Eisprung hatte (Temperarturkurve).
Seit Ende Januar hatte ich jetzt aber keine Blutung mehr und immer wieder S+ aber die Temperatur schwankt recht stark, also nichtssagend. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es sich diesen Zyklus noch einpendelt. Von daher hoffe ich, dass ich die Blutung bald bekomme und dann wieder "neu" starten kann. Das Inositol nehme ich aktuell weiterhin.
Wie würdet ihr das ganze einschätzen? Gibt es ähnliche Erfahrungen?
Mein Plan wäre sonst, wenn im nächsten Monat nichts passiert, einen Termin bei meiner FA auszumachen.
Ist mein erster Post hier, bin dankbar für einen Austausch zu dem Thema
Was "spricht" denn deiner Meinung nach gegen PCOS?
Nach deiner ersten Beschreibung gibt es mE mehr, was dafür spricht als was dagegen sprechen würde..Aber ich bin natürlich keine Ärztin.
Es gibt diverse Möglichkeiten PCOs in den Griff zu kriegen (Nahrungsergänzungsmittel sind da eigtl eher ein Ad-on und Inositol wäre nicht meine erste Wahl, wenn keine Insulinresistenz vorliegt. Ich habe es z.B. noch nie genommen.) Lebensstil und vor allem die Ernährung spielen eine viel wichtigere Rolle.
ABER: All das sind ungelegte Eier, über die man sich Gedanken machen kann, wenn eine Diagnse gesichert gestellt wurde. Das heißt: Was sagt der Ultraschall? Waren dort die typischen Folikelbläschen zu sehen? Wie ist das Verhältnis von FSH zu SH? Wurde der AHM-Wert getestet (erhöhter Wert spricht für PCOS)? Was ist mit SHGB (bei PCOs üblicherweise niedrig).
Wenn die typischen "Zysten" (es sind keine Zysten, sondern nicht gesprungene Folikel, der Name ist irreführend) vorhanden sind UND du einen verlängerten/unregelmäßigen Zyklus hast, sind nach aktueller Diagnostik eigentlich schon 2 von 3 Kriterien erfüllt. Das reicht erstmal für eine Diagnose. Wenn man den erhöhbten Andostendrion-Wert, was ja auch ein Androgen ist, hinzu nimmt, wären sogar alle 3 Rotterdam Kriterien erfüllt.
Ab da ist PCOs ist immer eine Ausschlussdiagnose. Denn all diese Symptome können auch andere Ursachen haben. So muss z.B. das Androgenitale Snydrom ausgeschlossen werden. Hypothalamische Amenorroe usw. (Schildrüse wurde ja schon gecheckt). Hier lohnt sich ein Termin beim Endokrinologen (ggf. auch bei mehreren, ich bin damals eigenständig nochnal in ein spezielles Hormonzentrum gefahren. Leider kennen sich nur sehr wenige Ärzte wirklich gut mit der Erkrankung aus.
Abschließend kann ich nur sagen, PCOs hat viele Facetten. Deshalb heißt es auch Syndrom. Es kann sich bei jedem anders äußern. Ich habe z.B. auch kein Übergewicht, keine Insulibresistenz, zwar lange Zyklen, aber durchgehend MIT Eisprung, leichten Hirsutismus (dafür aber z.B. keine erhöhten Androgenwerte). Und obwohl ich vermehrt auf Ernährung und Co achte (mal mehr mal weniger), wird mein PCOs vernutlich nie ganz weggehen (Diagnose vor 10 Jahren bekommen).
Aber egal ob du es hast oder nicht, ich rate dir, dich umfassend zu informieren. Das heißt für mich mittlerweile, weder blind auf alles vertrauen, was die Ärzte sagen noch den zahlreichen Hormobcoaches hinterlaufen, die einem veraprechen, jede Art von Hormonproblemen sei komplett "heilbar" egal ob PCOS oder Mensbeschwerden. Die Wahrheit liegt, wie sooft, irgendwo in der Mitte.

das gilt für hormonelle Probleme jeder Art.