niedrige Basaltemperatur - kein ES?

Messweise, Thermometer usw.
The-cycle1992
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Re: niedrige Basaltemperatur - kein ES?

Beitrag von The-cycle1992 »

Mir ist gerade noch eine schöne Analogie eingefallen:

Wir alle haben ja in den letzten Jahren Erfahrungen mit Corona-Tests machen dürfen. Nehmen wir an, ich stecke mich nit Corona an. Ab diesem Zeitpunkt ist das Virus in meinem Körper. Trotzdem kann es die ersten Tage sein, dass meine Tests negativ sind - weil die Viruslast eben noch nicht hoch genug ist. Es gibt aber keine Möglichkeit, VOR der Ansteckung zu antizipieren, dass ich nun Corona bekommen werde. :D - erst im Nachhinein kann ich auf den Erreger testen.

Progesteron ist das Hormon, das für einen Temperaturanstieg sorgt. Erst wenn du "über den Berg bist", das Ei also wirklich gesprungen ist, wird es möglich, das "Eisprung-Virus" im Körper nachzuweisen (anhand des Anstiegs), davor nicht. Denn ich kann ja erst testen, wenn ich mich bereits angesteckt habe. Dann kann es aber immer noch sein, dass der Eisprung stattgefunden hat, die "Viruslast" (= die Progesteronkonzentration) aber eben noch nicht hoch genug ist, damit der Test positiv wird (= erkennbarer Temperaturanstieg). Somit können eben auch ein paar Tage vergehen, bis es zum Anstieg kommt. Östrogen ist dann oft schon gefallen --> schlechterer Schleim - und womöglich eben niedrigere Temperaturwerte (wobei dieser Effekt nicht groß genug ist, um ihn ernsthaft für eine Auswertung zu berücksichtigen und die Temperatur auch nucht absinken MUSS). Das liegt daran, sich Östrogen nach dem Eisprung eher zurückzieht - und Progesteron dominiert.

Ist natürlich jetzt vereinfacht dargestellt und die hormonellen Prozesse sind komplexer und die Übergänge etwas fließender. Trotzdem finde ich es wichtig, dieses Grundprinzip zu verinnerlichen, weil das mit der Tief- und Hochlage eben um einiges logischer wird.

Wenn man das verstanden hat, wird auch klar, dass Schwankungen in der TL nicht wirklich ausschlaggebend sind - und Männer, würden sie täglich ihre Temperatur messen, könntrn genauso Schwannungen von 0,3 oder mehr haben. Temperaturschwankungen werden ja nicht nur durch Hormone beeinflusst. Männer bleiben halt dauerhaft in der TL, weil sie kein Progesteron produzieren können - und Progesteron das einzige Hormon ist, das die Temperatur erhöhen kann. Und wer sich nicht mit dem Eisprung-Virus infiziert, quasi imun ist, der wird auch nie einen positiven Eisprung-Test (Hochlage) in den Händen halten. Völlig egal, welche Sprünge ihre Körpertemperatur davor in der "Tieflage" gemacht hat. ;)
"beobachtend" im 20. Zyklus - #fightPCOS - 33 und aktuell noch kinder (wunsch) los glücklich :flower:
Mäg
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Re: niedrige Basaltemperatur - kein ES?

Beitrag von Mäg »

The-cycle1992 hat geschrieben: Dienstag 24. Dezember 2024, 09:47 Mir ist gerade noch eine schöne Analogie eingefallen:

Wir alle haben ja in den letzten Jahren Erfahrungen mit Corona-Tests machen dürfen. Nehmen wir an, ich stecke mich nit Corona an. Ab diesem Zeitpunkt ist das Virus in meinem Körper. Trotzdem kann es die ersten Tage sein, dass meine Tests negativ sind - weil die Viruslast eben noch nicht hoch genug ist. Es gibt aber keine Möglichkeit, VOR der Ansteckung zu antizipieren, dass ich nun Corona bekommen werde. :D - erst im Nachhinein kann ich auf den Erreger testen.

Progesteron ist das Hormon, das für einen Temperaturanstieg sorgt. Erst wenn du "über den Berg bist", das Ei also wirklich gesprungen ist, wird es möglich, das "Eisprung-Virus" im Körper nachzuweisen (anhand des Anstiegs), davor nicht. Denn ich kann ja erst testen, wenn ich mich bereits angesteckt habe. Dann kann es aber immer noch sein, dass der Eisprung stattgefunden hat, die "Viruslast" (= die Progesteronkonzentration) aber eben noch nicht hoch genug ist, damit der Test positiv wird (= erkennbarer Temperaturanstieg). Somit können eben auch ein paar Tage vergehen, bis es zum Anstieg kommt. Östrogen ist dann oft schon gefallen --> schlechterer Schleim - und womöglich eben niedrigere Temperaturwerte (wobei dieser Effekt nicht groß genug ist, um ihn ernsthaft für eine Auswertung zu berücksichtigen und die Temperatur auch nucht absinken MUSS). Das liegt daran, sich Östrogen nach dem Eisprung eher zurückzieht - und Progesteron dominiert.

Ist natürlich jetzt vereinfacht dargestellt und die hormonellen Prozesse sind komplexer und die Übergänge etwas fließender. Trotzdem finde ich es wichtig, dieses Grundprinzip zu verinnerlichen, weil das mit der Tief- und Hochlage eben um einiges logischer wird.

Wenn man das verstanden hat, wird auch klar, dass Schwankungen in der TL nicht wirklich ausschlaggebend sind - und Männer, würden sie täglich ihre Temperatur messen, könntrn genauso Schwannungen von 0,3 oder mehr haben. Temperaturschwankungen werden ja nicht nur durch Hormone beeinflusst. Männer bleiben halt dauerhaft in der TL, weil sie kein Progesteron produzieren können - und Progesteron das einzige Hormon ist, das die Temperatur erhöhen kann. Und wer sich nicht mit dem Eisprung-Virus infiziert, quasi imun ist, der wird auch nie einen positiven Eisprung-Test (Hochlage) in den Händen halten. Völlig egal, welche Sprünge ihre Körpertemperatur davor in der "Tieflage" gemacht hat. ;)

Wow, erstmal vielen Dank für deine ausführlichen Antworten und deine Mühe. 🤗Ich habe das Grundprinzip schon verstanden und mir geht es derzeit beim Messen hauptsächlich darum, dass ich feststellen kann ob ein Eisprung stattfindend, da ich nach der Pille jetzt fast ein Jahr keinen regelmäßigen und „funktionierenden“ Zyklus hatte. Deshalb warte ich derzeit immernoch sehnsüchtig auf eine Hochlage, um mir sicher zu sein, dass bei mir alles „stimmt“. Der Kinderwunsch rückt näher und deshalb mache ich mir langsam sorgen, dass eventuell etwas nicht passen könnte, wenn ich nun wieder so lange Zyklen ohne Eisprung habe.. Mein Schleim ist seit Wochen immer wieder S+. Also vielleicht schafft es mein Ei einfach nicht zu springen 🤔 Hatte mich so gefreut da mein letzter Zyklus bilderbuchmäßig verlief.. Naja, ich warte mal weiterhin ab.
The-cycle1992
Beiträge: 590
Registriert: Montag 5. Juni 2023, 18:32

Re: niedrige Basaltemperatur - kein ES?

Beitrag von The-cycle1992 »

Mäg hat geschrieben: Mittwoch 25. Dezember 2024, 08:02
The-cycle1992 hat geschrieben: Dienstag 24. Dezember 2024, 09:47 Mir ist gerade noch eine schöne Analogie eingefallen:

Wir alle haben ja in den letzten Jahren Erfahrungen mit Corona-Tests machen dürfen. Nehmen wir an, ich stecke mich nit Corona an. Ab diesem Zeitpunkt ist das Virus in meinem Körper. Trotzdem kann es die ersten Tage sein, dass meine Tests negativ sind - weil die Viruslast eben noch nicht hoch genug ist. Es gibt aber keine Möglichkeit, VOR der Ansteckung zu antizipieren, dass ich nun Corona bekommen werde. :D - erst im Nachhinein kann ich auf den Erreger testen.

Progesteron ist das Hormon, das für einen Temperaturanstieg sorgt. Erst wenn du "über den Berg bist", das Ei also wirklich gesprungen ist, wird es möglich, das "Eisprung-Virus" im Körper nachzuweisen (anhand des Anstiegs), davor nicht. Denn ich kann ja erst testen, wenn ich mich bereits angesteckt habe. Dann kann es aber immer noch sein, dass der Eisprung stattgefunden hat, die "Viruslast" (= die Progesteronkonzentration) aber eben noch nicht hoch genug ist, damit der Test positiv wird (= erkennbarer Temperaturanstieg). Somit können eben auch ein paar Tage vergehen, bis es zum Anstieg kommt. Östrogen ist dann oft schon gefallen --> schlechterer Schleim - und womöglich eben niedrigere Temperaturwerte (wobei dieser Effekt nicht groß genug ist, um ihn ernsthaft für eine Auswertung zu berücksichtigen und die Temperatur auch nucht absinken MUSS). Das liegt daran, sich Östrogen nach dem Eisprung eher zurückzieht - und Progesteron dominiert.

Ist natürlich jetzt vereinfacht dargestellt und die hormonellen Prozesse sind komplexer und die Übergänge etwas fließender. Trotzdem finde ich es wichtig, dieses Grundprinzip zu verinnerlichen, weil das mit der Tief- und Hochlage eben um einiges logischer wird.

Wenn man das verstanden hat, wird auch klar, dass Schwankungen in der TL nicht wirklich ausschlaggebend sind - und Männer, würden sie täglich ihre Temperatur messen, könntrn genauso Schwannungen von 0,3 oder mehr haben. Temperaturschwankungen werden ja nicht nur durch Hormone beeinflusst. Männer bleiben halt dauerhaft in der TL, weil sie kein Progesteron produzieren können - und Progesteron das einzige Hormon ist, das die Temperatur erhöhen kann. Und wer sich nicht mit dem Eisprung-Virus infiziert, quasi imun ist, der wird auch nie einen positiven Eisprung-Test (Hochlage) in den Händen halten. Völlig egal, welche Sprünge ihre Körpertemperatur davor in der "Tieflage" gemacht hat. ;)

Wow, erstmal vielen Dank für deine ausführlichen Antworten und deine Mühe. 🤗Ich habe das Grundprinzip schon verstanden und mir geht es derzeit beim Messen hauptsächlich darum, dass ich feststellen kann ob ein Eisprung stattfindend, da ich nach der Pille jetzt fast ein Jahr keinen regelmäßigen und „funktionierenden“ Zyklus hatte. Deshalb warte ich derzeit immernoch sehnsüchtig auf eine Hochlage, um mir sicher zu sein, dass bei mir alles „stimmt“. Der Kinderwunsch rückt näher und deshalb mache ich mir langsam sorgen, dass eventuell etwas nicht passen könnte, wenn ich nun wieder so lange Zyklen ohne Eisprung habe.. Mein Schleim ist seit Wochen immer wieder S+. Also vielleicht schafft es mein Ei einfach nicht zu springen 🤔 Hatte mich so gefreut da mein letzter Zyklus bilderbuchmäßig verlief.. Naja, ich warte mal weiterhin ab.
Ah ok, dann habe ich das falsch versranden. Aber vielleicht hilft die Erklärung ja auch einer Mitleserin.

Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Ich selbst habe PCOs, was mit unregelmäßigen Zyklen einhergeht , versuche aber immer wieder alles, um die Erkrankung "in den Griff" zu bekommen. Daher kenne ich dieses hibbeln: ist das jetzt schon s+? Könnte es ein früher(er) ES sein? Dann nach S+ habe ich oft sehnsüchtig die Tage gezählt, weil mach ca. 5 ein Tempianstieg ja nicht mehr "plausibel" wäre. Manchmal habe ich auch nachts schonmal gemessen, um zu "checken" ob die Temperatur schon oben ist (und es dann wohl auch am nächsten Morgen sein wird. Daher kann ich das voll verstehen, gerade wenn bald ein KIWU "ansteht". :roll:

Trotzdem möchte ich dir ein paar Gedanlen mit geben:
1. 100 Tage sind jetzt nicht wirllich viel. Es soll Frauen geben, die über ein Jahr keinen regelmäßigen Zyklus haben, wenn sie die Pille absetzen. Oft sind auch einige Nährstoffe im Keller, was dann auch einen ES erschweren kann. Ich würde mich also einfach erstmal noch etwas gedulden.

2. Ein später ES bedeutet nicht "KEIN" ES. Ich hatte zwischendurch auch mal wieder 60 Tage Zyklen, aber es hat trotzdem ein ES stattgefunden. So lange Zyklen sind natürlich nicht normal - und machen das Schwangerwerden auch schwieriger. ABER: Es ist nicht unmöglich schwanger zu werden, selbst wenn etwas "nicht stimmt". Ich gehe aktuell davon aus, prinzipiell genauso schwanger werden zu können, wie eine Frau ohne PCOs. (PCOs wird übrigens oft Frauen nach der Pille fälschlicherweise diagbostiziert. Weil sich der Zyklus eben nicht so schbell wieder eingependelt hat wie erwartet). In vielen Fällen dauert es dann einfach.
"beobachtend" im 20. Zyklus - #fightPCOS - 33 und aktuell noch kinder (wunsch) los glücklich :flower:
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