
Zum Thema Bestimmung oder nicht Bestimmung möchte ich gerne noch eine kleine Geschichte erzählen, wenn ich darf.

Mein Vater ist als Jugendlicher vom Glauben abgefallen
Er war in einem katholischen Klosterinternat und wurde Zeuge sexueller Belästigung an seinem besten Freund, der versuchte, sich das Leben zu nehmen. Für meinen Dad war das Thema Kirche/Glaube gestorben.
Als das mit meiner FG passiert ist, hat das meinen Vater sehr getroffen. Es hat eine alte Wunde aufgerissen. Er hatte nie überwunden, dass meine Mutter auf tragische Weise ihr zweites Kind im vierten Monat verlor. Nun hat die Trauer durch meine FG ihn dazu bewogen, sich damit auseinanderzusetzen. Er hat das Schweigen gebrochen und Hilfe aufgesucht.
Er ist zu unserem (sehr netten, jungen und modernen) Pfarrer in die Gemeinde gegangen und hat das Gespräch gesucht. Kurz darauf ist er wieder in die Kirche eingetreten - nach 50 Jahren! Er geht nun regelmässig zu Gemeindetreffen, wo über das Leben und den Glauben gesprochen wird, und unser Pfarrer ist ihm ein Vertrauter geworden.
Was ich damit sagen will: Meine FG war der Auslöser, dass mein Vater einen Ort der Zuflucht und des Glaubens (wieder)gefunden hat. Etwas, das ihm Halt gibt und ihn zuversichtlicher dem Alter (er wird 70) entgegen gehen lässt. Das hat mich zutiefst berührt. Und hier dachte ich mir: nichts im Leben ist ohne Sinn.

Mit diesem Wissen will ich es einfach so annehmen, wie es kommt.