Pieps.

Schön, dass ihr noch an mich denkt.
Ich hatte mich mal 2-3 Wochen hier rausgehalten, zum Einen war auf der Arbeit viel los, zum Anderen musste ich mich mal wieder sortieren. Aber der Reihe nach:
Das Thema Heiraten stand gedanklich schon am Anfang unserer Beziehung im Raum. Als wir ein paar Tage zusammen waren, hatte mein Freund mir erzählt, dass er es seiner Mutter gesagt hat. Zitat: "Mama, die könnte ich auf der Stelle heiraten."
Und nachdem wir nun 2015 ein unglaublich ereignisreiches Jahr hatten (Studium zuende, erster Job, er einen neuen Job, Hund gestorben, erster gemeinsamer Urlaub, neue Wohnung), haben wir uns ganz fest vorgenommen, dass wir 2016 auf jeden Fall heiraten.

Einen Antrag gab es noch nicht, aber den hat er mir noch ganz fest versprochen und dass er da schon ein paar Ideen hat.

Terminlich wird es wohl Anfang September. Momentan planen wir, ganz heimlich für uns allein zu heiraten. Wir machen das ja für uns und nicht für die anderen. Ne Party kann man ja später immer noch schmeißen bzw. wäre dann die Überlegung, die kirchliche Hochzeit nochmal als Großereignis nachzuholen.
Letzten Zyklus war ich nun überzeugt davon, dass es geklappt hat. Das Timing hatte gepasst und ich hatte riesige Brüste (die hatte ich vorher wirklich noch nie). War natürlich wieder nix.

Erst hab ich das auch ganz gefasst ertragen, aber dann haben mich die Mensschmerzen doch wieder emotional fertig gemacht und es folgte das monatliche Drama.

Letzlich hat mein Freund gesagt, er wünscht sich, mal ein Jahr von dem ganzen Thema gedanklich Abstand nehmen zu können ohne diesen Frust jeden Monat. Einfach nicht dran denken, einfach nur das Leben genießen.
Dann war ja gestern der Termin in der Kiwu. Ich hab mir passenderweise direkt vorher einen heftigen Infekt eingefangen mit ordentlich Fieber, hatte am Vortag 39,5°C.

Zum Glück war ich gestern früh auf 37,6 °C runter, also sind wir gefahren.
Die Praxis an sich war toll. Sie hatten sich letzte Woche gemeldet und gesagt, dass sie vormittags ein SG machen, uns dann aufnehmen und nachmittags wäre dann das Gespräch mit der Ärztin. Möglichst wenig Termine.
Nun ist mein Freund was Sex angeht ein Sensibelchen. Da muss alles passen, da muss Stimmung sein, da darf nichts stören. Und eine sterile Kabine mit einem albernen Porno war für ihn sowas von abtörnend, dass er tatsächlich (wohl fast wörtlich) nur ein paar Tröpfchen als Probe abgeben konnte (nicht mal der Boden des Bechers war bedeckt.
Die Ärztin hat uns dann auch mitgeteilt, dass keine Spermien nachweisbar waren. Also gar keine.
Ok, das war ein Problem von vielen. Sie hat uns dann noch all die schönen Verfahren erklärt (IUI, IVF, ICSI) und da mein Partner die 50 überschritten habe, müssten wir die alle komplett selbst bezahlen.

Hieße zB 4.500-5.000 Euro für einen (!) ICSI-Zyklus. Natürlich sei mein Alter vorteilhaft. Sofern alle anderen Bedingungen stimmen würden, käme man da auf eine Schwangerschaftswahrscheinlichkeit von 40%, vielleicht sogar etwas mehr.
Nun sieht sie aber auch meinen TSH als ungünstig, auch wenn man damit als normaler Mensch gut leben könnte, sei das für eine Schwangerschaft erschwerend.
Dass die Idioten, die letztes Jahr meine BS wegen der Zyste gemacht haben, keine Eileiterdurchgängigkeitsprüfung gemacht haben, kann sie nicht nachvollziehen (ich ärgere mich da auch bis heute noch drüber

).
Durch meinen extrem seltenen Gendefekt und das Alter meines Partners hat sie uns eine genetische Beratung vorgeschlagen und das werden wir wohl auch machen.
Naja, dann gab es noch einen Ultraschall für mich (ZT 22). Der Ärztin ist gleich aufgefallen, dass meine Gebärmutter für eine kinderlose Frau untypisch groß ist.

Für sie würde das nach Adenomyose aussehen. Sie hat auch nochmal gezielt das Thema Endometriose angesprochen, wobei man das ja im vergangenen Jahr bei der BS hätte sehen müssen. Ich weiß nun nicht mehr genau, ob damit der Adenomyose-Verdacht ausgeschlossen ist.
Der ES hat stattgefunden (links), die Gebärmutterschleimhaut ist mit 13mm sehr gut aufgebaut. Die Gebärmutter ist insgesamt sehr stark durchblutet. Deshalb glaubt sie mir auch sofort, dass ich heftige Mensschmerzen habe und sehr stark blute.
Mein Freund klammert sich jetzt an den 13mm Schleimhaut fest und meint, sie hätte "ungewöhnlich stark aufgebaut" gesagt und ist jetzt überzeugt davon, dass ich längst schwanger bin. Von der Theorie "längst schwanger" halte ich persönlich gar nichts (schon allein, weil ich diesen Zyklus schon tagelang SB ind der zweiten ZH hab), aber er ist überzeugt davon.
Wie es jetzt weitergeht wissen wir noch nicht so wichtig. Am 18.07. ist wieder Termin. Mal sehen, ob wir dann ein Becherchen füllen können. Gestern Abend konnten wir herzhaft drüber lachen, aber wenn die Spermaabgabe nicht funktioniert, dann kann uns die Kiwu auch nicht helfen.
Im Moment weiß ich auch noch nicht, was ich davon halten soll. Manchmal will ich mich schon fast damit abfinden, dass aus dem Traum dann wohl nichts wird. Dann wieder will ich kämpfen. Mein Freund steht dem ganzen "künstlichen" IVF/ ICSI-Kram kritisch gegenüber, er hofft immer noch auf die Natur (ich ja irgendwie auch). Und wenn es so weit kommen sollte, wie lange kämpft man? Gönnt man sich einen ICSI-Zyklus oder zwei? Würden wir uns dafür verschulden wollen.
