Monala hat geschrieben: ↑Freitag 2. August 2024, 12:31
Mina0503 hat geschrieben: ↑Freitag 2. August 2024, 11:21
Ich danke euch. Ich fand das von ihm auch verantwortungslos, aber ich hätte ja auch drauf bestehen können und somit hab ich eine Mitschuld, da ich es geduldet habe. Aber jetzt wo eine Schwangerschaft im Raum steht, vertraut mein Mann Mynfp gar nicht mehr. Er denkt, dass die Schwangerschaft, sollte sie da sein, durch die Freigabe entstanden ist. Deshalb besteht er neuerdings auf ein Kondom.
Ich möchte die Situation oder das Verhalten deines Partners gar nicht bewerten, weils mich nichts angeht und ich es wie du sehe: Du hättest darauf bestehen können/sollen, dass aktuell ohne Kondom nichts läuft.
Dass er jetzt aber der Methode nicht mehr traut, finde ich sehr schade
Hoffentlich hast du zeitnah die Möglichkeit, ihn etwas genauer aufzuklären bezüglich des Ganzen.
Ich drücke auf jeden Fall die Daumen für den Test morgen und dass du ganz schnell deine Periode bekommst
Ich bin da einfach sehr zwiegespalten:
1. Auf der einen Seite, ist es richtig, dass andere so etwas prinzipiell nichts angeht und man das von außen sehr schwer einschätzen kann.
2. Auf der anderen Seite habe ich, gerade in Zeiten von "toxischen" Beziehungen (Buzzword-Alarm), häuslicher Gewalt, Gaslightning etc. den Eindruck, dass es wichtig ist, da doch mal genauer hinzuschauen und bestimmte Dinge auch explizit zu thematisieren. Das sind natürlich jetzt krassere Themen, aber eines haben all diese Fälle immer gemein: Die Betroffenen sind sich der eigenen Beziehungsdynamik oft gar nicht bewusst. Und nicht selten haben Freunde/Bekannte oder fremde Personen immer mal etwas mitbekommen, was ihnen irgendwie "komisch" vorkam. Aber keiner hat etwas gesagt.
Abgesehen davon, weiß ich aus eigener Erfahrung, dass man eben manchmal nicht "nein" sagen KANN. Das klingt im Nachhinein immer so einfach, aber oft spielen Scham, Unsicherheit, der Wunsch den Partner nicht enttäuschen zu wollen da mit rein. Das beginnt bei vergleichsweise "harmlosen" Situationen wie diesen und kann weiter gehen mit sehr sehr unschönen Situationen, die man hinterher viele Jahre bereut. Daher ist es mir ein wichtiges Anliegen, darzulegen, wie das Ganze auf mich wirkt. Natürlich ist diese Sichtweise subjektiv. Aber nach jahrelanger Therapieerfahrung kann ich sagen, dass es sich da oft lohnt, mal genauer hinzuschauen. Das muss gar nicht mal die Beziehung betreffen, oft sind es auch eigene Glaubenssätze und Verhaltensmuster, die nicht unbedingt von Vorteil sind für die eigene Psyche.
Hinzu kommt, dass viele dieser "Probleme" eine gesamtgesellschaftliche Dimension haben. Sexualität ist eben keine reine Privatsache. Zumindest nicht nur. Warum gibt es denn so viele Männer, die selbst bei ONS am liebsten Sex ohne Kondom hätten? Warum liegt die Veranrwortung für die Verhütung (auch psychisch) fast immer noch bei der Frau? Warum sitzen in NFP-Kursen so selten Männer, wo sie das Thema doch auch betrifft? Warum haben so viele Frauen sexuelle Erfahrungen, die im Nachhinein dann sagen wir mal "nicht so toll waren"? Warum denken immer noch so viele Frauen, dass mit ihnen etwas nicht stimmt, wenn sie vaginal nicht kommen können oder dass Sex immer gleichbedeutend mit Penetration ist? Weil hier immer noch bestimmte Annahmen/Rollenbilder/Glaubenssätze kursieren, die mE auch dadurch aufrechterhalten werden, dass wir Dinge tabuisieren, Sexualität als etwas Privates abstempeln und uns im Zweifelsfall denken "geht mich doch nichts an".
Ganz nebenbei wird im Freundeskreis wieder hängenbleiben: Ah dass sind doch die, die mit diesem NFP verhütet haben. Hat ja wohl nicht geklappt. Die Details weiß in ein paar Jahren im Zweifelsfall keiner mehr.
Sorry Mina, ich will da auch gar kein Offtopic draus machen. Ich glaube auch nicht, dass dein Mann generell ein "schlechter" Mensch ist. Ich bin aber der Überzeugung, dass sich diesbezüglich - auch gesellschaftlich - nur etwas ändern kann, wenn wir offener über solche Dinge sprechen und das Kind auch mal beim Namen nennen. Das bedeutet ja nicht, dass meine Wahrheit die einzig richtige ist. Ich kann mich auch irren - und das Ganze wirkt auf mich einfach ganz anders, als es eigentlich ist. Aber selbst dann ist es ja nicht verkehrt, die Situation/ die eigene Beziehung und das Kommunikationsverhalten mal zu reflektieren. Im besten Fall kommt man zu dem Schluss, dass alles in bester Ordnung ist. Dann ist das auch gut. Letztendlich kannst das nur du, Mina, selbst beurteilen. Aber du solltest trotzdem wissen, wie andere das Ganze sehen. Das ist eben meine Meinung. Entschuldige, wenn mein Post zu übergriffig rüberkommt. Zumindest kennst du nun meine Beweggründe, die eben wie so vieles im Leben auch mit meinen eigenen Erfahrungen zusammenhängen. Man ist eben nie komplett neutral